Ledigenheim Lohberg - Historie

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Das Ledigenheim Lohberg: Vom „Bullenkloster“ zum Zentrum für Kultur, Dienstleistung und Gewerbe Die Geschichte des Dinslakener Stadtteils Lohberg ist eng mit der Bergbaugeschichte der Region verknüpft. Die starke Abhängigkeit von der Montanindustrie und die Schließung der Zeche Lohberg im Jahr 2005 stellen den Stadtteil im Rahmen des Strukturwandels vor große Herausforderungen.

Das Ledigenheim Lohberg 1917 erbaut als Wohnraum für  Bergleute, ist ein ca. 6.000 m² großer imposanter Gebäudekomplex. Wie an vielen anderen Bergbaustandorten bot das Ledigenheim Lohberg ca. 540 unverheirateten Bergleuten Wohnraum. Mit seinem Speisesaal, der auch für Veranstaltungen genutzt wurde, seiner Großküche, den Baderäumen, der Waschküche, der Werksbücherei, der Bergberufsschule und einer Kegelbahn war das Ledigenheim nicht nur Mittelpunkt des privaten Lebens der dort wohnenden Bergleute, sondern des gesamten Stadtteils.

1951 wurde Werner Papsdorf hauptamtlicher Kulturbeauftragter für die Schachtanlage Lohberg. In Folge wurden Tanzveranstaltungen, Filmabende, Schallplattenkonzerte organisiert.

Katrin Türks und Walter Rolshoven reisten 1951 mit ihrem Ensemble aus Bielefeld an, mit der Absicht, Theater für Bergleute zu spielen. Zu Beginn als Zimmertheater später auch auf der Bühne bespielten sie u.a. das Ledigenheim. So hat die Burghofbühne ihren Ursprung in Lohberg, bzw. im Ledigenheim.

Um 1960 verlassen die letzten ledigen Bergleute das Haus, die Nutzung des Ledigenheims verändert sich. 1973 erwirbt die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe das Ledigenheim und eröffnet dort eine Filiale.

Im selben Jahr eröffnete der Attracta-Markt mit einer Gemüse- und Frischabteilung und einem Feinkoststand „an dem es allein 93 verschiedene Sorten Käse gibt“ (NRZ)

Deutsche und türkische Vereine, christliche sowie islamische Religionsgemeinschaften, aber auch viele Einzelhändler ziehen in das Gebäude ein. Im Laufe der Jahre entstehen bauliche Veränderungen, die leider auch das Grundkonzept des Hauses zerstören.

Mit Mitteln des EU-Ziel-2-Programms wird der Gebäudekomplex ab 2004 denkmalgerecht zum Zentrum für Stadtteilkultur, Dienstleistung und Gewerbe umgebaut, grundlegend modernisiert und im August 2007 feierlich eröffnet. Das Forum Lohberg ist  Initiator und maßgeblicher Unterstützer bei der Projektentwicklung: Das Haus soll wieder zu dem Ort werden, der es einmal war: Es soll ein kulturelles Zentrum entstehen, Versorgung gewährleisten und die Infrastruktur verbessern.

Das Ledigenheim wird 2004 in eine Stiftung eingebracht. Zweck dieser Stiftung ist der Denkmalschutz, insbesondere  Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes.

Heute wird das Ledigenheim zum einen den Ansprüchen an einen modernen Bürokomplex gerecht und hat zum anderen seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Es hat sich als Zentrum für Kultur, Dienstleistung und Gewerbe in und für Dinslaken etabliert: Im technisch bestens ausgestatteten Veranstaltungssaal finden zahlreiche kulturelle Events statt, etwa Konzerte, Theateraufführungen und Tagungen. Das Ledigenheim beherbergt nun über 40 Mieter: Vereine, Dienstleister und Gewerbetreibende. Die Stiftung Ledigenheim erwirtschaftet vor allem mit den Erträgen aus Vermietung und Verpachtung von Büroräumen und Ladenlokalen die laufenden Kosten (Personal, Reparaturen, Instandhaltung) und bildet die notwendigen Rücklagen für zukünftig anfallende Sanierungen.